Seit 2008 entwickle und betreue ich Software, die kaufmännische Abläufe, Produktion und Technik miteinander verbindet. Mein beruflicher Weg begann mit klassischen Desktopanwendungen und Datenbankmasken. Daraus entwickelte sich über die Jahre ein breites Projektportfolio: Unternehmenssoftware, Hintergrunddienste, Dokumentenprozesse, Produktionsplanung, Maschinenanbindungen, Messwerterfassung und Industrieautomatisierung.
Dieser Beitrag ist mein technischer Projekt-Lebenslauf. Er zeigt, an welchen Themen ich gearbeitet habe, wie sich meine Rolle entwickelt hat und welche Erfahrungen ich aus langjährig betriebenen Softwaresystemen mitbringe. Unternehmens-, Kunden- und interne Produktnamen sind bewusst nicht genannt.
Kurzprofil
- Schwerpunkt: Entwicklung und Modernisierung betrieblicher Software im Produktionsumfeld
- Erfahrung: seit 2008 in kontinuierlich gewachsenen Anwendungs- und Systemlandschaften
- Technologien: VB6, VB.NET, C#, SQL, JavaScript, HTML/CSS, Windows-Dienste und industrielle Kommunikation
- Aufgaben: Analyse, Konzeption, Entwicklung, Integration, Fehlersuche, Rollout und langfristige Betreuung
- Arbeitsweise: praxisnah, schrittweise modernisierend und mit besonderem Blick auf Betriebssicherheit
2008 bis 2011: Einstieg in betriebliche Softwareentwicklung
Meine ersten Jahre waren stark von der Weiterentwicklung einer umfangreichen Desktopanwendung geprägt. Ich arbeitete an Funktionen für Einkauf, Verkauf, Lager, Disposition, Qualitätssicherung und Stammdaten. Dabei lernte ich nicht nur eine große Codebasis kennen, sondern vor allem die Prozesse hinter der Software.
Zu den frühen Projekten gehörten Bestell- und Lagerübersichten, Produkt- und Stücklistenpflege, Qualitätsfreigaben, Auftragsmasken sowie Hilfsmittel für Fertigung und Verwaltung. Parallel entstanden gemeinsame Komponenten für Formulare, Listen und Zugriffsrechte. Diese Grundlagen wurden später in vielen weiteren Modulen wiederverwendet.
2012 bis 2016: Architektur, Planung und zentrale Dienste
Mit wachsender Erfahrung übernahm ich zunehmend modulübergreifende Aufgaben. Ein Schwerpunkt war die Entwicklung gemeinsamer UI- und Framework-Komponenten: konfigurierbare Tabellen, Filter, Exporte, Rechteprüfungen, einheitliche Fehlerbehandlung und wiederverwendbare Formularlogik.
In dieser Phase entstanden außerdem größere Lösungen für Personaleinsatzplanung, Dokumentenverarbeitung, Versand, Inventarverwaltung und den Datenaustausch mit kaufmännischen Systemen. Für wiederkehrende Aufgaben entwickelte ich Windows-Dienste und Werkzeuge, die Daten synchronisierten, Dokumente erzeugten oder technische Zustände überwachten.
Der Einstieg in produktionsnahe Software begann mit Anwendungen zur Verwaltung und Bereitstellung von Rezepturen, Aufträgen und Prozessparametern. Damit verlagerte sich mein Tätigkeitsfeld schrittweise von reiner Unternehmenssoftware hin zur Verbindung von Software und realen Fertigungsabläufen.
2017 bis 2019: Qualität, Logistik und Systemintegration
In diesen Jahren entwickelte und modernisierte ich Anwendungen für Prüfprozesse, Wareneingang, Reklamationen, Freigaben und Produktionsrückmeldungen. Dazu kamen Lösungen für Versandplanung, Rechnungsprüfung, Inventarisierung und die automatische Verarbeitung von Dokumenten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Integration vorhandener Arbeitsplatzsoftware. Ich entwickelte Erweiterungen für Benachrichtigungen und E-Mail-Abläufe, automatisierte Updates und vereinheitlichte wiederkehrende Funktionen über mehrere Anwendungen hinweg. Gleichzeitig begann ein größeres Refactoring: Logik aus überladenen Hauptfenstern wurde in zentrale Klassen und klarere Komponenten ausgelagert.
2020 bis 2023: Produktionssoftware und Automatisierung
Ab 2020 wurde Industrieautomatisierung zu einem meiner wichtigsten Arbeitsfelder. Ich übernahm und erweiterte Software für Dosier-, Labor- und Produktionsprozesse. Dabei verband ich bestehende Steuerungssoftware mit Datenbanken, Auftragsverwaltung und übergeordneten Unternehmenssystemen.
Die Projekte umfassten unter anderem Auftrags- und Rezeptübertragung, Anlagenkommunikation, Plausibilitätsprüfungen, Statusüberwachung, Protokollierung sowie die Rückmeldung produzierter Mengen und Prozessdaten. Weil ältere und neuere Technologien zusammenarbeiten mussten, entwickelte ich häufig Brücken: schlanke Dienste, Import- und Exportprozesse oder klar abgegrenzte Schnittstellenmodule.
Gleichzeitig blieb die bestehende Unternehmenssoftware aktiv. Ich betreute Bestellwesen, Lager, Wareneingang, Qualitätsprozesse und interne Werkzeuge weiter und sorgte dafür, dass neue Automatisierungslösungen in die vorhandenen Abläufe passten.
2024 bis heute: Maschinen, Energie und moderne Oberflächen
In den jüngsten Projekten stehen Maschinensteuerung, technische Messwerte und die Modernisierung gewachsener Anwendungen im Mittelpunkt. Ich entwickelte Software zur Überwachung und Regelung technischer Anlagen, zur Erfassung von Energie- und Prozesswerten sowie zur Visualisierung zeitabhängiger Daten.
Ein wichtiges Thema ist dabei die Verbindung klassischer Windows-Anwendungen mit moderner Webtechnik. Interaktive Diagramme laufen beispielsweise in einer eingebetteten Browserkomponente, während die bestehende Anwendung Daten, Konfiguration und Ereignisse kontrolliert. So lassen sich moderne Bedienkonzepte einführen, ohne bewährte Fachlogik vollständig neu zu schreiben.
Parallel entstanden eigene Entwicklerwerkzeuge für Analyse, Profiling, Quellcodeverarbeitung und Qualitätssicherung. Sie helfen mir, Engpässe und Ressourcenprobleme in großen Altanwendungen messbar zu machen und Änderungen sicherer umzusetzen.
Ausgewählte Projektschwerpunkte
Gewachsene Unternehmenssoftware
Langjährige Weiterentwicklung einer modularen Desktopanwendung für kaufmännische und produktionsnahe Prozesse. Meine Arbeit reicht von einzelnen Fachmasken bis zu gemeinsam genutzten Basiskomponenten und Architektur-Refactorings.
Konfigurierbare Listen- und UI-Komponenten
Entwicklung wiederverwendbarer Komponenten für Tabellen, Filter, Sortierung, Layouts, Exporte und Benutzerkonfiguration. Ziel war eine einheitliche Bedienung über viele Fachbereiche hinweg.
Produktionsplanung und Personaleinsatz
Planungsansichten, Schicht- und Abwesenheitslogik, Rechtekonzepte, automatische Berechnungen und verschiedene Auswertungen für den täglichen Einsatz.
Dokumenten- und Hintergrundprozesse
Dienste und Werkzeuge für Dokumentimport, Archivierung, Benachrichtigungen, Datensynchronisation, Berichte und überwachte Stapelverarbeitung.
Maschinen- und Anlagenanbindung
Anbindung von Produktionsanlagen, Messgeräten und Steuerungen über Datenbanken, Netzwerkprotokolle, serielle Kommunikation und herstellerspezifische Schnittstellen.
Dosier- und Rezepturprozesse
Software für Auftragsbereitstellung, Rezeptübertragung, Dosierabläufe, Statusmeldungen, Plausibilitätskontrollen und Rückmeldungen an übergeordnete Systeme.
Energie- und Prozessdaten
Erfassung, Speicherung und Visualisierung technischer Messwerte sowie Überwachung von Grenzwerten, Lastverläufen und Anlagenzuständen.
Entwicklerwerkzeuge
Eigene Tools für Profiling, Quellcodeanalyse, Projektstandardisierung, Fehlerdiagnose und automatisierte Verarbeitung großer historischer Codebasen.
Technisches Profil
| Bereich | Erfahrung |
|---|---|
| Desktopentwicklung | VB6, VB.NET, C#, Windows Forms, COM und ActiveX |
| Daten und Backend | SQL, relationale Datenbanken, Abfragen, Reports und Datenmigration |
| Webtechnik | JavaScript, HTML, CSS und eingebettete Browserkomponenten |
| Integration | REST, Datei- und Datenbankschnittstellen, E-Mail, Dokumente und Fremdsysteme |
| Industrie | Maschinenkommunikation, Messwerte, Prozessdaten und Automatisierungsabläufe |
| Betrieb | Windows-Dienste, Logging, Monitoring, Updates und Fehleranalyse |
| Modernisierung | Refactoring, schrittweise Migration und Integration neuer Technik in Bestandssysteme |
Was meine Arbeit auszeichnet
Ich kenne Software nicht nur aus der Entwicklung, sondern aus ihrem langjährigen Betrieb. Viele meiner Projekte werden täglich genutzt und können nicht für einen kompletten Neubau angehalten werden. Deshalb arbeite ich bevorzugt in kleinen, nachvollziehbaren Schritten, messe Auswirkungen und behalte die realen Abläufe der Anwender im Blick.
Meine Stärke liegt an den Übergängen: zwischen Fachbereich und Technik, zwischen alter und neuer Plattform, zwischen Datenbank und Maschine sowie zwischen kurzfristiger Fehlerbehebung und langfristig tragfähiger Architektur. Aus dieser Verbindung ist über die Jahre ein vielseitiges Projektportfolio entstanden.
Fazit
Mein Lebenslauf als Softwareentwickler ist weniger eine Folge voneinander getrennter Projekte als die kontinuierliche Weiterentwicklung eines großen technischen Ökosystems. Aus klassischen Geschäftsanwendungen wurden vernetzte Prozesse, Hintergrunddienste und produktionsnahe Automatisierung. Dabei ist mein Anspruch gleich geblieben: Software zu bauen, die im Alltag zuverlässig funktioniert, verständlich bleibt und sich über viele Jahre weiterentwickeln lässt.